Liebe Leserinnen und Leser,
die Wirtschaftkrise ist noch nicht vorbei und bestimmt
weiter unsere Schlagzeilen. Viele Unternehmen
sind in wirtschaftliche Schwierigkeiten
geraten und hoffen nun auf staatliche Unterstützung.
Zuletzt waren es große Konzerne wie Opel
und Quelle, die mit Hilfe von Steuergeldern ihre
Unternehmen wieder auf Erfolgskurs bringen
wollten. Teilweise scheint das zunächst auch
gelungen. Viele Fragen bleiben aber trotzdem
offen. Werden prominente Konzerne nur deswegen
unterstützt, weil sie zu den „Leuchttürmen“
der jeweiligen regionalen Wirtschaft zählen und
Politiker in Wahl-
kampfzeiten versuchen, sich als
„Jobretter“ zu positionieren? Bei manchen rufen
die aktuellen öffentlichen Auftritte unserer
Politiker tatsächlich Erinnerungen an Gerhard
Schröder wach, der 1999 die Philipp Holzmann
AG nach dem Motto - einfliegen, Betrieb retten,
ausfliegen - „sanierte“. Drei Jahre später musste
Holzmann allerdings erneut Insolvenz anmelden.
Kleine und mittelständische Unternehmen haben
es dabei häufig schwerer. Zwar gibt es auch
für kleinere Unternehmen staatliche Förderprogramme
zur Überbrückung von Krisenzeiten
(mehr in dieser Ausgabe des TEAMGEIST), allerdings
sind die finanziellen Hilfen immer an
konkrete Auflagen geknüpft. So muss beispielsweise
ein glaubwürdiger Sanierungsplan für das
unterstützte Unter-nehmen vorliegen oder die
Beteiligten müssen sich mit einem angemessenen
finanziellen Eigenbeitrag an der Förder-maßnahme
beteiligen. Bei den aktuell diskutierten
„Großprojekten“ wie Opel oder Quelle
werden meines Erachtens nicht ganz so strenge
Maßstäbe angelegt.
|
|
Deswegen ist es weiterhin fraglich, ob Unternehmen
unterstützt werden sollten, deren
Geschäftsmodell offensichtlich aus der Mode
gekommen ist und die deswegen an Konkurrenzfähigkeit
eingebüßt haben. Gerade bei
Quelle muss man sich fragen, ob der dicke Katalog
als Vertriebsmittel nicht ausgedient hat, weil
Online-Shops heut-zutage den besseren Service
haben. Zwar bietet auch Quelle seine Produkte
mittlerweile online an, das Unternehmen hat
es aber nicht geschafft, seine Kunden in einem
ausreichend hohem Maß zu binden und die Abwanderung
zu anderen Online-Anbietern zu verhindern.
In jeder Krise steckt auch eine Chance, besagt
ein chinesisches Sprichwort. Für viele Unternehmen
ist eine Krise dann auch der Anlass
für tiefgreifende strukturelle Änderungen und
Modernisierungsmaß-nahmen. Als Berater versuchen
wir unsere Mandanten immer so aufzustellen,
dass sie auch in Krisenzeiten weiter erfolgreich
wirtschaften können. Unser aktuelles
Titel-thema „Energieeffizienz – Chancen für die
mittelständische Wirtschaft“ erscheint uns deswegen
gerade für diejenigen Unter-nehmer interessant,
die Chancen früher erkennen als andere
und konsequente unternehmerische Entscheidungen
treffen.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß
beim Lesen des neuen TEAMGEIST!
Ihre Angelika Perret
|