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Schneider + Partner

Branchen-Newsletter Apotheken: Februar 2014


Aut-idem-Liste schafft ab 1. April mehr Klarheit

Ärzte und Apotheker können den Austausch eines verordneten Medikaments durch ein Rabattarzneimittel einschränken beziehungsweise ablehnen, wenn sie eine mögliche Gesundheitsgefährdung des Patienten befürchten. So können Ärzte die Substitution durch Ankreuzen des Aut-idem-Feldes auf dem Rezept untersagen und Apotheker die Ausgabe eines Rabattarzneimittels verweigern. Allerdings besteht bisher für Ärzte in diesem Fall die Gefahr der Regression. Abhilfe dagegen und mehr Klarheit soll nun eine Aut-idem-Liste schaffen, auf die sich der Deutsche Apothekerverband und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen geeinigt haben. Die Liste enthält bisher das Immunsupressivum Ciclosporin und das Antileptikum Phenytoin und gilt ab 1. April 2014. Ab dann dürfen Medikamente mit einem der beiden Wirkstoffe nicht mehr gegen Arzneimittel ausgetauscht werden, für die ein Rabattvertrag existiert.


Krankenhausapotheken von Körperschaftsteuer befreit

Gemeinnützige Krankenhäuser sind für alle Leistungen, die ihnen gesetzlich zur Sicherstellung ihres Versorgungsauftrages übertragen sind beziehungsweise die typischerweise von einem Krankhaus gegenüber seinen Patienten erbracht werden, von der Körperschaft- und der Gewerbesteuer befreit. Darunter fällt nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) auch die Abgabe von Zytostatika durch die Krankenhausapotheke zur sofortigen Verabreichung an ambulant behandelte Patienten.


Ob die Krankenhausapotheke zu anderen, öffentlichen Apotheken damit in Wettbewerb tritt, sei nach deutschem Recht für den Umfang der Steuerbefreiung nicht von Belang. Der BFH hat jedoch aufgrund der Wettbewerbsrelevanz beihilferechtliche Bedenken bzgl. des Gemeinnützigkeitsrechts geäußert und klar zum Ausdruck gebracht, dass die EU-Kommission die Steuerbefreiungen auf ihre Vereinbarkeit mit dem Unionsrecht prüfen und den deutschen Gesetzgeber ggf. zu einer Anpassung der Rechtslage auffordern könne.

Eine vergleichbare Problematik besteht zudem bzgl. der Umsatzsteuerpflicht. Hierzu enthält die Entscheidung des BFH keine Aussage. Er hat jedoch ein Verfahren ausgesetzt und die Frage der Steuerbefreiung dem Europäischen Gerichtshof zur Vorabentscheidung vorgelegt. Aus Sicht von Schneider + Partner sollte der Gesetzgeber nach dem jahrelangen Streit zur Herstellung gleicher Wettbewerbsverhältnisse zwischen deutschen und ausländischen Anbietern bei der Zuzahlung jetzt auch verbindlich Klarheit für faire Verhältnisse in Deutschland schaffen.


Arzneiverordnungsreport 2013: Welcher Arzt verschreibt wie viel?

Vor kurzem wurde der umfangreiche Arzneiverordnungsreport 2013 des Springer-Verlages veröffentlicht. Dieser gibt unter anderem Aufschluss über die bundesweiten Verschreibungsmengen nach Arztgruppen. Demnach haben hausärztlich tätige Internisten mit 8239 und Hausärzte mit 7842 Verordnungen pro Kopf im Jahr 2012 die meisten Arzneimittel verschrieben. Beide liegen weit über dem insgesamt berechneten Durchschnitt von 3111 Verordnungen je Arzt. Die wesentlichen Gründe hierfür sehen die Autoren des Reportes zum Einen in dem breiten Verordnungsspektrum beider Gruppen, zum Anderen aber auch in den Zahlen der Zahnärzte. Diese verschreiben mit 125 Verordnungen und einem Umsatz von lediglich 2 000 Euro pro Kopf vergleichsweise wenige und preisgünstige Arzneimittel und beeinflussen so den Gesamtdurchschnitt stark.


Im Vergleich zum Vorjahr sind sowohl die durchschnittliche Verordnungsmenge als auch der Umsatz pro Arzt (von 210 000 Euro auf 150 000 Euro) um fast 30 Prozent zurückgegangen. Der höchste Durchschnittsumsatz je Arzt kann mit großem Abstand der Gruppe der Hämatologen und Onkologen zugerechnet werden.

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