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Branchen-Newsletter Apotheken: Januar 2013


Vollständige Rechnung für Bewirtungskosten nötig

Der Bundesfinanzhof hat 2012 entschieden, dass auch Bewirtungskosten über 150,00 Euro nur mit einer vollständigen Rechnung (nach § 14 UStG) als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können. Eigenbelege und Kreditkartenabrechnungen als ergänzende Angaben sind nicht ausreichend. Die Rechnung muss in jedem Fall (unabhängig von der Höhe der Rechnung) den Namen des Leistungsempfängers als bewirtende Person sowie Anlass und Teilnehmer der Bewirtung enthalten.


Führungs- oder Bearbeitungsgebühren für private Darlehen und Kredite sind unzulässig

Viele Banken und Sparkassen verlangen für Verbraucherkredite Bearbeitungsgebühren. Das Oberlandesgericht Dresden hat jedoch kürzlich entschieden (Az: 8 U 662/11), dass diese nicht zulässig sind. Bereits im Sommer 2011 hatte außerdem der Bundesgerichtshof entschieden (Az.: XI ZR 388/10), dass Klauseln in den AGB über Gebühren für die Führung eines Darlehenskontos unwirksam sind. Die Richter begründeten dies unter anderem mit der unangemessenen Benachteiligung der Kunden, die in aller Regel nicht auf die Führung eines solchen Kontos angewiesen seien. Vielmehr diene dies der Buchhaltung der Bank selbst.

Für Kreditverträge, die nach dem 01. Januar 2010 abgeschlossen wurden, kann unter Beachtung der dreijährigen Verjährungsfrist noch bis Ende 2013 die Erstattung bzw. Gutschreibung der bisher zu Unrecht gezahlten Gebühren beantragt werden. Bei älteren Kreditverträgen besteht die Möglichkeit, sich auf die bei Vertragsbeginn unsichere Rechtslage sowie die Unkenntnis als Rechts-Laie zu berufen und so die gezahlten Gebühren ebenfalls erfolgreich zurückzufordern.


Digitale Buchführung – So sparen Sie Zeit und Nerven

Mit dem AMNOG kam es in 2011 und 2012 zu weitreichenden Konsequenzen für den Apothekenmarkt. Die damit verbundenen Rohertragsverluste zwingen Apotheker dazu, künftig neue Wege zu gehen und ihre Arbeitsprozesse so optimal wie möglich zu gestalten, um den Erfolg ihres Unternehmens zu sichern. Eine sehr gute Möglichkeit hierbei stellt die digitale Buchführung dar, mit der Sie Ihre Apotheke schneller, flexibler und damit effizienter steuern.

Von der einfachen Erfassung einzelner Belege und Rechnungen bis hin zur kompletten Lohnerfassung oder einer externen Urlaubsvertretung für die eigene Buchhaltung gibt es zahlreiche mögliche Anwendungen. Alle für die Buchführung relevanten Daten können vollständig digital erfasst und entsprechend weiterverarbeitet werden. Dadurch entfallen die heute üblichen Doppelerfassungen und selbst Überweisungen erledigt die Software, indem sie Rechnungen und offene Posten direkt in Zahlungsaufträge umwandelt und an die Bank übermittelt. Darüber hinaus haben Sie globalen Zugriff auf Ihre digitalen Belege, Unternehmensdaten und betriebswirtschaftlichen Auswertungen – ohne dass besondere technische Voraussetzungen erforderlich sind. Gern unterstützen wir Sie dabei, die individuelle Lösung zu finden, die am besten zu Ihren Bedürfnissen und Wünschen passt.


Mehr Geld für Minijobber

Studenten und Schüler mit Minijobs dürfen sich freuen: Zu Jahresbeginn wurde die Geringfügigkeitsgrenze von 400 auf 450 Euro angehoben. Als Arbeitgeber sollten Sie beachten, dass auch der Beitrag zur Rentenversicherung, der bisher freiwillig geleistet werden konnte, ab diesem Jahr Pflicht ist. Der Beitrag in Höhe von 18,9 Prozent wird dabei zwischen Arbeitgeber (15 Prozent) und Arbeitnehmer (3,9 Prozent) entsprechend aufgeteilt. Es wird jedoch weiterhin die Möglichkeit der Befreiung von der RV-Pflicht geben. Für bestehende Beschäftigungsverhältnisse ändert sich jedoch vorerst nichts, da eine Übergangsregelung bis 31. Dezember 2014 gilt.


Der Blick aufs Konto reicht nicht mehr – Unternehmensplanung sichert Liquidität

Investitionen sind – wenn auch stets risikobehaftet – dennoch ein notwendiger Bestandteil eines erfolgreichen Unternehmens. Dies trifft auf den weltweit agierenden Maschinenbauer genauso zu wie auf die Apotheke von nebenan, in deren Lebenszyklus sich verschiedene Anlässe für notwendige Investitionen ergeben. Allerdings fällt der Finanzierungsbedarf dafür in der Regel nicht kontinuierlich, sondern in unregelmäßigen Abständen und in größeren Beträgen an.

Deshalb ist es für den Apotheker bei der Entscheidung über die Finanzierung umso wichtiger, sich mit Vor- und Nachteilen der verschiedenen Alternativen auseinanderzusetzen. Neben Finanzierungsobjekt und -zeitraum sowie der Nutzungsdauer ist auch die Frage nach der Kapitaldienstfähigkeit zu berücksichtigen. Diese umfasst nicht nur die betrieblichen Belange, sondern auch die persönlichen Wünsche und Vorstellungen des Apothekers.


Für eine systematische Analyse und bestmögliche Entscheidung ist eine integrierte Unternehmensplanung heutzutage zwingende Voraussetzung. Ertrags-, Bilanz- und Liquiditätsplanung sind Begriffe, mit denen sich auch Apotheker immer mehr auseinander setzen müssen. Der Blick auf den aktuellen Kontostand vermittelt vielleicht eine trügerische Sicherheit. Er reicht aber schon lange nicht mehr aus.

Veranstaltungstipp: Vorträge zum Thema im März
Unser Geschäftsführer RA StB Stefan Kurth erörtert die Thematik ausführlich in seinen Vorträgen im Rahmen des 8. Deutschen Apothekenkongresses (05. März, Wiesbaden) und des 34. Pharmaziekongresses (09. März, Berlin).


Nachwuchsmangel in Apotheken – Mitarbeiterbindung immer wichtiger

Der vielfach erwähnte Fachkräftemangel macht auch vor Apotheken nicht Halt: Immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Ausbildung als PTA und auch die Zahl der Pharmaziestudenten, die nach Ende ihres Studiums in einer Apotheke arbeiten möchten, ist rückläufig. Je schwieriger es wird, geeignete Mitarbeiter zu finden, desto wichtiger ist es, bestehende Mitarbeiter langfristig an sich zu binden.


Studien zeigen, dass die finanzielle Vergütung bei der Entscheidung für oder gegen einen Job nicht mehr der wichtigste Faktor ist. Stattdessen nehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die sogenannte „Work-Life-Balance“ sowie Angebote zur Fortbildung an Bedeutung zu. Hier können gerade kleine und mittelständische Arbeitgeber ihren Angestellten Vorteile bieten, die diese bei großen Konzernen kaum finden. Dazu zählen zum Beispiel relativ hohe Entscheidungskompetenzen oder ein persönliches, familiäres Arbeitsklima. Im Rahmen der Lohnberechnung bestehen darüber hinaus Möglichkeiten, den Arbeitnehmern steuerlich günstig Zuwendungen in Form von Sachbezügen oder Erholungsbeihilfen zukommen zu lassen.

Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung müssen also nicht teuer, dafür aber ehrlich sein. Wenn Ihre Mitarbeiter spüren, dass Sie wirklich um sie und nicht nur ein positives Image bemüht sind, können sie zu wichtigen Leistungs- und Werbeträgern für Ihr Unternehmen werden.


Arbeitgeber kann Krankenschein ab erstem Fehltag verlangen

Verlangen Arbeitgeber im Falle einer Erkrankung ihrer Arbeitnehmer erst ab dem dritten Fehltag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AUB), handelt es sich dabei um eine Regelung aus Kulanz. Das bestätigt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln, wonach Arbeitgeber das Recht haben, bereits ab dem ersten Fehltag auf der Vorlage einer AUB zu bestehen. Dafür benötigen sie auch keinen besonderen Anlass, wie beispielsweise den Verdacht des „Blaumachens“ oder eines anderen rechtsmissbräuchlichen Verhaltens des Mitarbeiters. Eine geänderte Regelung des Unternehmens muss jedoch schriftlich in Ergänzung zum bestehenden Arbeitsvertrag vereinbart oder in Form einer einseitigen Weisung mitgeteilt werden.

Unsere Ansprechpartner für Apotheken:

Chemnitz
StB Regine Jeske
regine.jeske@sup-chemnitz.de

Dresden
StB RA Stefan Kurth
stefan.kurth@sup-dresden.de

München
WP StB Christian Seeberg
christian.seeberg@sup-muenchen.de