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Branchen-Newsletter Apotheken: Juli 2015



GKV-Versorgungsstärkungsgesetz: Das ändert sich für Apotheken

Am 1. August 2015 soll das „Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ in Kraft treten. Zwar betrifft das neue Gesetz Apotheker nur in wenigen Punkten direkt, jedoch sind diese für den Berufsstand durchaus von Relevanz. Zum einen wird der Kassenabschlag pro Rx-Packung nun dauerhaft auf 1,77 Euro festgeschrieben. Zum anderen sollen Krankenkassen und Apotheken innerhalb von sechs Monaten Regelungen zur Vermeidung von Retaxationen bei Formfehlern verhandeln. Krankenhäuser können ihren Patienten bei der Entlassung künftig „eine Packung mit dem kleinsten Packungsgrößenkennzeichen gemäß Packungsgrößenverordnung“ verschreiben. Auch sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Landesapothekerkammern in einen Informationsaustausch über die Organisation des Notdienstes treten, um die Versorgung der Versicherten zu verbessern. Außerdem sind Apotheken jetzt grundsätzlich berechtigt, Förderanträge beim neu gebildeten Innovationsfonds zur Förderung neuer und sektorübergreifender Versorgungsformen sowie der Versorgungsforschung zu stellen (z. B. für Projekte zur Sicherheit in der Arzneimitteltherapie).



Arzneiverordnungsreport 2014: Welcher Arzt verschreibt wieviel?

Der seit mehr als 30 Jahren jährlich erscheinende Arzneiverordnungsreport des Springer-Verlags listet unter anderem die bundesweiten Verschreibungsmengen sowie die daraus generierten Umsätze nach Arztgruppen sortiert auf. Den höchsten Umsatz je Arzt wiesen mit 1 504 000 Euro im Jahr 2013 die Hämatologen/Onkologen auf. Die meisten Arzneimittel jedoch wurden mit 8 216 Verordnungen je Arzt von hausärztlich tätigen Internisten verschrieben, dicht gefolgt von den Hausärzten (8 006 Verordnungen), die im Vorjahr noch die Spitzenposition innehatten. Die Verordnungsmengen beider Arztgruppen sind damit mehr als doppelt so hoch wie der bundesweit ermittelte Durchschnitt von 3177 Verordnungen je Arzt.

Auch Kinderärzte, Nervenärzte und Pneumologen verordnen überdurchschnittlich viele Arzneimittel, weshalb also rein betriebswirtschaftlich betrachtet, die Ansiedlung einer Apotheke in der Nähe dieser Arztgruppen sehr lukrativ sein kann.

Nachdem 2012 noch deutliche Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen waren, sind 2013 sowohl die Verordnungsmengen aller Ärzte als auch der Umsatz je Arzt wieder leicht angestiegen.




Retaxationen bei BtM-Rezepten

Betäubungsmittel dürfen nur innerhalb von sieben Tagen nach dem Ausstellungsdatum des Rezeptes abgegeben werden. Auf die Einhaltung aller formalen Voraussetzungen ist bei BtM-Verordnungen in besonderer Weise zu achten. Dies betrifft vor allem die eindeutige Erkennbarkeit des Ausstellungsdatums. Die Kammern weisen zurzeit verstärkt darauf hin, dass das aufgedruckte auch mit dem tatsächlichen Abgabedatum, an dem das Arzneimittel dem Patienten körperlich übergeben wird, übereinstimmen muss. Unzulässig ist es, anstelle des Abgabedatums ein von der Software generiertes Bearbeitungsdatum zu vermerken, insbesondere in den Fällen, in denen das Arzneimittel nicht unmittelbar vorrätig ist. Dies stellt einen Verstoß gegen § 12 BtMVV dar. Neben der berechtigten Beanstandung im Falle der Revision drohen bei einem derartigen Verhalten eine Retaxation auf Null und der strafrechtliche Vorwurf des Betrugs.



Keine Rezeptsammelboxen im Supermarkt

Das Oberlandesgericht Hamm hat in einem aktuellen Urteil die von einer Apothekerin betriebene Rezeptsammelstelle in einem Supermarkt untersagt, da diese der richterlichen Auffassung nach gleich mehrfach gegen die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) verstieß. Zum einen lag der Betreiberin keine behördliche Erlaubnis vor (die in der Regel vor allem erteilt wird, sofern dies für die Versorgung abgelegener Orte oder Ortsteile ohne Apotheke notwendig ist). Zum anderen schließt die ApBetrO Sammelstellen in Gewerbegebieten ausdrücklich aus.

Der Argumentation der Beklagten, es handele sich bei der Box um eine „Pick-up-Stelle“, die von ihrer Erlaubnis zum Versand von apothekenpflichtigen Arzneimitteln umfasst sei, folgten die Richter nicht. Geklagt hatte eine Konkurrentin der Betreiberin, das Urteil ist rechtskräftig.

Unsere Ansprechpartner für Apotheken:

Chemnitz
StB Regine Jeske
regine.jeske@sup-chemnitz.de

Dresden
StB RA Stefan Kurth
stefan.kurth@sup-dresden.de

München
WP StB Christian Seeberg
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