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Branchen-Newsletter Apotheken: Juni 2014


Stärkere Abstimmung zwischen Apotheker und Arzt soll Arzneimittelversorgung verbessern

Lediglich 50 Prozent der Patienten in Langzeittherapien nehmen ihre Arzneimittel entsprechend ärztlicher Verordnung ein. Gerade bei älteren Patienten erhöht sich mit zunehmender Menge der einzunehmenden Medikamente das Verwechslungsrisiko. Nebenwirkungen oder Komplikationen können dann die Folge sein. Dies zu vermeiden und die korrekte und sichere Arzneimittelversorgung stärker zu fördern, ist das Ziel der neuen Arzneimittelinitiative ARMIN in Sachsen und Thüringen.


Am 1. Juli starten zwei von insgesamt drei Modulen dieses Modellvorhabens, das von den Apothekerverbänden sowie den Kassenärztlichen Vereinigungen der beiden Länder und der AOK Plus ins Leben gerufen wurde. Statt eines konkreten Medikaments verschreiben die teilnehmenden Ärzte produktneutral Wirkstoffe (Modul Wirkstoffverordnung) auf Basis eines extra erstellten Medikationskatalogs (2. Modul), der aktuell 200 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen enthält, die nach definierten Kriterien ausgewählt und in Kategorien eingeordnet wurden. Die Wahl des konkreten Präparats obliegt dem Apotheker.

Das 3. Modul Medikationsmanagement sieht eine sehr enge und regelmäßige Abstimmung zwischen Arzt und Apotheker zum Medikationsplan sowie dessen kontinuierliche Pflege und Überprüfung vor. ARMIN soll zunächst fünf Jahre auf Probe laufen und neben der Qualität auch die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung erhöhen.


Niedrige Kapitalkosten lassen Apothekenwerte steigen

Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung lässt auch die Unternehmenswerte wieder steigen, einige Top-Apotheken erreichen mittlerweile bis zu 150 Prozent vom Rohertrag. Dafür sorgen vor allem die sinkenden Kapitalisierungszinsen.

Ausgangspunkt bei der Bewertung einer Apotheke ist der Ertrag des bisherigen Inhabers, der um privat bedingte Werte erhöht oder gesenkt worden ist. Außerdem ist hier die Leistung des Altinhabers im Rahmen des Unternehmerlohns zu berücksichtigen. Dieser langfristig zu erzielende Ertrag wird anschließend im sogenannten Ertragswertverfahren mittels eines Kapitalisierungszinses in den Unternehmenswert umgerechnet.


Zwar ergibt sich bereits beim Unternehmerlohn ein erheblicher gutachterlicher Spielraum, der eigentliche Hebel verbirgt sich jedoch in der Höhe des Kapitalisierungszinses und damit im Vergleich der unternehmerischen Anlage mit einem risikofreien Geldanlagezins. Da dieser jedoch an den Märkten nahe Null liegt, bestimmt sich der Kapitalisierungszins aktuell im Wesentlichen aus den Risikozuschlägen des Marktes und des Unternehmens. Hierbei ist wiederum zu beachten, dass die Erträge aus einer risikofreien (unverzinsten) Geldanlage einer begünstigten Besteuerung über die Abgeltungssteuer unterliegen. Dies hat zu deutlich gesunkenen Kapitalisierungszinsen und damit zu deutlich gestiegenen Unternehmenswerten geführt.


Mit der gestiegenen packungsbezogenen Vergütung, dem abgesenkten Kassenabschlag und außergewöhnlich guten Konditionen beim Großhandel bieten die Zahlen für  das Jahr 2013 Verkäufern zusätzliches Argumentationspotenzial für eine hohe Bewertung ihres Unternehmens.

Potentielle Käufer sollten jedoch trotz niedriger Zinsen in Ruhe abwägen, welches Risiko sich aus den Märkten für die zukünftige Entwicklung einer Apotheke ergibt. So ist in den nächsten Jahren sicherlich nicht mit deutlich steigenden RX-Vergütungen zu rechnen, zudem führt die fixe Packungsvergütung relativ zu sinkenden Roherträgen. Diese Entwicklung war schon zwischen 2004 und 2012 sichtbar. Wir helfen Ihnen gern dabei, eine branchenspezifisch fachlich fundierte Bewertung vorzunehmen.


Umsatzsteuer: Finanzämter sollen verstärkt Arztpraxen prüfen

In seinem Jahresbericht 2013 stellt der Bundesrechnungshof (BRH) fest, dass viele der von Ärzten erbrachten umsatzsteuerpflichtigen Leistungen (zum Beispiel kosmetische Behandlungen oder IGe-Leistungen ohne diagnostischen Nutzen) nicht ordnungsgemäß erfasst und besteuert werden. Den Grund hierfür sieht der BRH in mangelnden Fachkenntnissen und fehlenden Informationen der Finanzverwaltung, was zu erheblichen Steuerausfällen führe. Daher hat er das Bundesfinanzministerium und die Finanzämter der Länder aufgefordert, bei Betriebsprüfungen zukünftig verstärkt Arztpraxen einzubeziehen. Kann der steuerpflichtige Mediziner dabei nicht nachvollziehbar belegen, dass seine Umsätze steuerfrei sind, da sie der medizinischen Betreuung eines Patienten dienen, sollen diese als umsatzsteuerpflichtig eingeordnet werden. Es ist zu erwarten, dass die Finanzämter dieser Aufforderung nachkommen und die Anzahl von Praxisprüfungen steigt


Voraussetzungen für eine gültige Verdachtskündigung

Liegt bei einem Arbeitnehmer der Verdacht eines strafbaren Verhaltens vor, kann der Arbeitgeber ihm außerordentlich kündigen. Es liegt in seinem Ermessen, das Ermittlungs- und Strafverfahren abzuwarten oder die Kündigung bereits in dessen Verlauf auszusprechen. Er muss jedoch für die Wahl des Kündigungszeitpunktes einen sachlichen Grund anführen können. Dazu gehören beispielsweise neue Tatsachen oder Beweismittel, nach deren Kenntnis er sich für eine Entscheidung ausreichend informiert glaubt. Auch wenn das Arbeitsverhältnis zu Beginn der Ermittlungen schon einmal gekündigt wurde, kann der Arbeitgeber im Zuge einer veränderten Sachlage eine erneute außerordentliche Kündigung aussprechen.

Dies muss innerhalb von zwei Wochen ab dem Zeitpunkt erfolgen, in dem er über möglichst alle relevanten Tatsachen (unabhängig davon, ob sie für oder gegen eine Kündigung sprechen) informiert wurde. Die außerordentliche Kündigung muss außerdem bestimmt und unmissverständlich sein, das heißt der betroffene Arbeitnehmer muss zweifelsfrei erkennen, wann sein Arbeitsverhältnis enden soll. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts wird dies durch die Angabe des Kündigungstermins, der Kündigungsfrist oder auch dem bloßen Hinweis auf die zur Geltung kommenden gesetzlichen Fristenregelungen erfüllt.

Unsere Ansprechpartner für Apotheken:

Chemnitz
StB Regine Jeske
regine.jeske@sup-chemnitz.de

Dresden
StB RA Stefan Kurth
stefan.kurth@sup-dresden.de

München
WP StB Christian Seeberg
christian.seeberg@sup-muenchen.de