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Branchen-Newsletter Automotive: September 2016



Die Auswirkungen des Verfahrensmodernisierungsgesetzes auf die Lohnabrechnung

Das seit dem 18. Juli 2016 geltende Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens hat auch vier wichtige Änderungen im Lohnsteuerabzugsverfahren mit sich gebracht, die es zum Teil bereits ab dem Kalenderjahr 2017 zu beachten gilt. So wird in Bezug auf das ELStAM-Verfahren zum einen klargestellt, dass das Betriebsstättenfinanzamt für die Überwachung des ELStAM-Abrufs durch den Arbeitgeber zuständig ist und hierzu entsprechende Zwangsmittel androhen und festsetzen kann. Zum anderen können Arbeitgeber jedoch auch weiterhin verschiedenartige Bezüge ihrer Arbeitnehmer mit unterschiedlichen ELStAM lohnversteuern und dabei die Lohnsteuer für den zweiten und jeden weiteren Bezug ohne Abruf weiterer elektronischer Lohnsteuerabzugsmerkmale nach der Steuerklasse VI einbehalten. 


Künftig sollen nun auch Daten aus den Lohnkonten der Arbeitnehmer in einheitlicher Weise – d. h. nach von der Finanzverwaltung festgelegtem Inhalt – standardisiert für Lohnsteueraußenprüfungen zur Verfügung gestellt werden. Damit wird die bereits jetzt freiwillig anwendbare Digitale Lohnschnittstelle (DLS) für Gehaltsdaten ab dem Jahr 2018 verpflichtend

Verfahrensrechtliche Änderungen gibt es auch bei der Lohnsteuerbescheinigung. So sorgen etwa neue Vorschriften für Vereinheitlichungen bei der Datenübermittlungspflicht Dritter an das Finanzamt und der neue § 93c AO enthält u. a. auch die Übermittlungspflicht der Lohnsteuerbescheinigung nach § 41b EStG. 


Inhaltlich ändert sich an den Pflichten nichts und die Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz muss weiterhin bis zum 28. Februar des jeweiligen Folgejahres an das Betriebsstättenfinanzamt erfolgen.

Bezüglich des Lohnsteuerjahresausgleichs wurde die Frist zur Durchführung an die zur Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung angepasst (Ende Februar statt Ende März). Wenn ein Arbeitgeber also für seine Arbeitnehmer einen Lohnsteuerausgleich durchführt, muss er dies erstmals für 2017 spätestens bei der Lohnabrechung im Februar 2018 tun.



Einladung zum Mandantenseminar: GoBD + Digitale Betriebsprüfung 

Am 14. November 2014 hat das Bundesministerium der Finanzen ein Schreiben zur Anwendung der Grundsätze ordnungsmäßiger Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) veröffentlicht. Dieses Schreiben hat in der Folge viele Fragen aufgeworfen, die aktuell bei Betriebsprüfungen zu völlig neuen Problemen führen.

Erfahren Sie in unserem Mandantenseminar am 20. Oktober 2016 um 16:00 Uhr im Tagungszentrum Sächsische Landesärztekammer, wie Sie für künftige Betriebsprüfungen vorsorgen und formale Fehler vermeiden können. Ferner geben unsere Referenten als Vertreter der Finanzverwaltung Einblick in die Ziele und Prüfmethoden der digitalen Betriebsprüfung. Weitere Informationen + Online-Anmeldung



Die E-Auto-Förderung und ihre steuerlichen Konsequenzen

Seit Mitte des Jahres ist die Richtlinie zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen (Umweltbonus) in Kraft. Danach erhalten Käufer eines rein elektrisch betriebenen Fahrzeugs 4.000 Euro Prämie, für den Erwerb eines Plug-In Hybrids gibt es 3.000 Euro. Der Umweltbonus wird dabei jeweils zur Hälfte vom Bund finanziert, die andere Hälfte zieht der Hersteller vom Netto-Kaufpreis ab.
Gefördert wird bis zur vollständigen Auszahlung der dafür vorgesehenen Bundesmittel bzw. bis längstens 2019. Die Förderrichtlinie gilt rückwirkend für den Erwerb von Fahrzeugen ab dem 18. Mai 2016, wobei für die Beantragung der Prämie das Datum des Kauf- bzw. Leasingvertrags oder der verbindlichen Bestellung maßgeblich ist. Zudem muss das Fahrzeug mindestens 6 Monate auf den Antragsteller in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen sein und nur derjenige, auf den das Auto erstmalig zugelassen wird, ist antragsberechtigt. 


In Bezug auf die Ein-Prozent-Regelung wird die Kaufprämie bei der Bemessungsgrundlage nicht berücksichtigt. Die Minderung der Bemessungsgrundlage je nach Batteriekapazität wird jedoch beibehalten. Des Weiteren beträgt die Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos nun einheitlich zehn Jahre und die Kaufprämie kann steuerlich entweder von den Anschaffungskosten abgezogen oder sofort als Einnahme verbucht werden. Für Unternehmer, die Gewinn machen, ist der Abzug von den Kosten in der Regel sinnvoller. Das Aufladen von privaten E-Autos durch den Arbeitnehmer im Unternehmen ist steuerfrei und Unternehmen können zudem ihren Arbeitnehmern private Ladestationen sozialversicherungsfrei mit 25 Prozent Pauschalsteuer bezahlen, dies jedoch nur in den Jahren 2017 bis 2020.



Werbegeschenke sind keine Werbeaufwendungen

Wenn auch Sie Ihre Kunden und Geschäftspartner in der näher rückenden Vorweihnachtszeit beispielsweise wieder klassisch mit einem hochwertigen Kalender mit Firmenlogo beschenken möchten, sollten Sie darauf achten, die Kosten hierfür nicht als „Werbeaufwendungen“ zu buchen.  

Gemäß einer aktuellen Entscheidung des Finanzgerichtes Baden-Württemberg droht Ihnen ansonsten der Verlust des Betriebsausgaben- und Vorsteuerabzugs. Für das FG liegen hier nämlich steuerlich betrachtet „Geschenke“ vor, die getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet bzw. verbucht werden müssen (§ Abs. 7 EStG). 


Andernfalls geht der Abzug selbst dann verloren, wenn die Aufwendungen für ein Werbegeschenk pro Empfänger und Jahr weniger als 35 Euro netto betragen. Da der vor dem FG unterlegene Unternehmer Revision eingelegt hat, können Sie in ähnlich gelagerten Fällen, in denen Ihnen der Betriebsausgabenabzug versagt werden soll, dagegen vorgehen, indem Sie Einspruch einlegen, sich auf das beim BFH anhängige Verfahren berufen und das Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung des BFH beantragen. „Neufälle“ lassen sich dagegen am besten dadurch vermeiden, dass Sie Werbegeschenke künftig immer als „Geschenke“ und nicht mehr als Werbeaufwendungen verbuchen.



Professionelles Netzwerken - "Fit für die Zukunft" am 07. November in Dresden

Kontakte knüpfen und pflegen gehört für viele Unternehmer zum Alltag. Gute Beziehungen zu den verschiedenen Anspruchsgruppen sind schließlich die Grundlage einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung. Erfolgsorientierte Unternehmer setzen deshalb zunehmend auf professionelle Networking­Konzepte. Diese beschreiben, wie persönliche Stärken eingesetzt werden können, um die richtigen Kontakte zu finden und wie z. B. soziale Medien dabei helfen können. Außerdem geht es darum, wie Beziehungen so gestaltet werden können, dass ein beiderseitiger Nutzen entsteht.

Professionelles Netzwerken ist also weit mehr als Visitenkarten oder „Likes“ zu sammeln. Erfahren Sie in unserer Veranstaltung am 07. November 2016 um 18:00 Uhr im Hilton Hotel Dresden, wie Sie als Freiberufler oder Unternehmer die Formel für erfolgreiches Beziehungsmanagement praktisch umsetzen können und wie Ihr Geschäft davon nachhaltig profitiert. Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihr Kommen!

Alle Informationen zum Programm und den Referenten der Veranstaltung sowie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung: www.fitfuerdiezukunft.com



Kein Hinweis auf Differenzbesteuerung beim Schrottfahrzeugverkauf

Verlangt ein Schrotthändler beim Ankauf von zur Verschrottung vorgesehenen Fahrzeugwracks von Ihnen, ihm auf der Rechnung zu quittieren, dass er die Fahrzeuge differenzbesteuert angekauft habe, ist Vorsicht geboten. Der Schrotthändler schuldet nämlich als Leistungsempfänger nach § 13b UstG die Umsatzsteuer. Quittieren Sie ihm auf der Rechnung jedoch, dass er die Fahrzeuge differenzbesteuert nach § 25a UstG angekauft hat, laufen Sie Gefahr bezüglich der Differenzsteuer in Anspruch genommen zu werden und leisten zudem möglicherweise Beihilfe zu einer Steuerhinterziehung des Schrotthändlers. Da der Schrotthändller Fahrzeugwracks ankauft und keine Gebrauchtfahrzeuge, handelt es sich um einen Fall der Umkehr der Steuerlast nach § 13b UStG. Sie sollten Ihre Nettorechnung daher am besten mit einem entsprechenden Hinweis hierauf versehen. 


Versehen Sie jedoch auf Wunsch des Schrotthändlers die Rechnung mit dem Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“ (§ 14a i.V. mit § 25a UstG), treffen wiederum Sie besondere Aufzeichnungspflichten und Sie schulden die Umsatzsteuer aus der Differenz von Einkaufs- und Verkaufspreis. Darüber hinaus ermöglichen Sie dem Schrotthändler, die Umsatzsteuer zu hinterziehen, da er aus einer Nettorechnung mit dem Hinweis auf die Differenzbesteuerung keine Umsatzsteuer schuldet. 

Geben Sie daher entsprechenden Forderungen von Schrotthändlern nicht nach und weigern Sie sich, auf Ihren Nettorechnungen Vermerke anzubringen, die auf einen differenzbesteuerten Verkauf hinweisen und beenden Sie lieber die Zusammenarbeit, wenn Ihnen ein Schrotthändler daraufhin keine Fahrzeugwracks mehr abnehmen will.

Unsere Ansprechpartner für die Automotive-Branche:

Dresden
StB RA Dr. Bernd Kugelberg
bernd.kugelberg@sup-dresden.de

München
WP StB Christian Seeberg
christian.seeberg@sup-muenchen.de

Chemnitz
StB Regine Jeske
regine.jeske@sup-chemnitz.de