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Dezember 2012


Aufbewahrungsfrist für Steuerunterlagen soll auf acht Jahre sinken

Zu den guten Vorsätzen im neuen Jahr gehört oft, Altes über Bord zu werfen und Platz für Neues zu schaffen. Bei Geschäftsunterlagen müssen jedoch bestimmte Aufbewahrungsfristen nach AO, UStG und HGB beachtet werden, die je nach Dokumentenart von einem bis zu zehn Jahren reichen. Um den bürokratischen Aufwand zu senken, sieht der Entwurf für das Jahressteuergesetz 2013 nun eine Verkürzung der maximalen Aufbewahrungspflicht für steuerliche Zwecke auf acht Jahre vor.


Davon wären vor allem Buchungsbelege, Bücher und Lageberichte, Jahresabschlüsse und die Eröffnungsbilanz sowie die zu deren Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstige Organisationsunterlagen betroffen. Ab 2015 ist zudem eine weitere Verkürzung auf sieben Jahre geplant. Dokumente, die aktuell schon einer Aufbewahrungsfrist von maximal sechs Jahren unterliegen (Geschäftsbriefe, Personalunterlagen, Bestell- und Auftragsdokumente), wären von dieser Änderung nicht betroffen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass es sich lediglich um eine geplante steuerrechtliche Verkürzung handelt, aus handelsrechtlicher Sicht jedoch unter Umständen weiterhin eine Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren gilt.


Vollständige Rechnung für Bewirtungskosten nötig

Der Bundesfinanzhof hat 2012 entschieden, dass Bewirtungskosten über 150,00 Euro nur mit einer vollständigen Rechnung (nach § 14 UStG) als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können. Die Rechnung muss den Namen des Leistungsempfängers als bewirtende Person sowie Anlass und Teilnehmer der Bewirtung enthalten. Eigenbelege und Kreditkartenabrechnungen als ergänzende Angaben sind nicht ausreichend.


Mehr Geld für Minijobber

Studenten und Schüler mit Minijobs dürfte es freuen: Ab 2013 wird die Geringfügigkeitsgrenze von 400,00 auf 450,00 Euro angehoben. Als Arbeitgeber sollten Sie beachten, dass auch der Beitrag zur Rentenversicherung, der bisher freiwillig geleistet werden konnte, ab nächstem Jahr Pflicht ist. Der Beitrag in Höhe von 18,9 Prozent wird dabei zwischen Arbeitgeber (15 Prozent) und Arbeitnehmer (3,9 Prozent) entsprechend aufgeteilt. Es wird jedoch weiterhin die Möglichkeit der Befreiung von der RV-Pflicht geben. Für bestehende Beschäftigungsverhältnisse ändert sich jedoch vorerst nichts, da eine Übergangsregelung bis 31. Dezember 2014 gilt.


Welche Hinzurechnungen sind bei der Gewerbesteuer zu beachten?

Ausgangsbasis für die Bemessung der Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag, der sich in der Regel aus dem Gewinn und bestimmten zusätzlichen Hinzurechnungen zusammensetzt. So müssen verschiedene Entgelte und seit 2008 ein Teil der Finanzierungsaufwendungen dem Gewinn hinzugerechnet werden – in zum Teil unterschiedlich hohem Anteil oder Betrag. Die wichtigsten Regelungen haben wir für Sie zusammengefasst:


1) Bei Verträgen mit verschiedenen Leistungskomponenten (zum Beispiel ein Mietvertrag über Geschäftsräume sowie eine darin befindliche Hebebühne) ist das Entgelt schätzweise aufzuteilen und entsprechend hinzuzurechnen. Ist solch eine Aufteilung nicht möglich, richtet sich die Hinzurechnung nach derjenigen Leistungskomponente, die im Vordergrund des Vertrages steht – sofern es sich nicht um eine Dienstleistungskomponente handelt. Für diese muss nämlich gar keine Hinzurechnung vorgenommen werden.

2) Werden angemietete Objekte oder Wirtschaftsgüter weitervermietet oder ein in Anspruch genommener Kredit weitergegeben, so müssen die gezahlten Zinsen oder Mietbeträge hinzugerechnet werden.


3) Entgelte aus Leasingverträgen müssen grundsätzlich dem Gewinn hinzugerechnet werden. Oftmals erkennen Betriebsprüfer Leasingverträge aber nicht als solche an, sondern stufen sie als Ratenkauf ein. Dadurch können keine laufenden Leasingraten mehr, sondern nur noch Abschreibungen und der Finanzierungsanteil gewinnmindernd abgezogen werden. Um die negativen Konsequenzen möglichst gering zu halten, sollten Sie in diesem Fall zumindest darauf achten, dass sich auch die Hinzurechnung auf den Finanzierungsanteil beschränkt und nicht auf die gesamte Leasingrate erstreckt.

4) Obwohl ein gewährter Skonto als Finanzierungsaufwand gedeutet werden kann, findet keine Hinzurechnung statt, solange die Höhe des Skonto den geschäftsüblichen Rahmen nicht übersteigt.


Arbeitgeber kann Krankenschein ab erstem Fehltag verlangen

In der kalten Jahreszeit steigen die Zahl von Erkältungen und damit auch die Anzahl von Fehltagen in einem Unternehmen traditionell an. Viele Arbeitgeber verlangen von ihren Arbeitnehmern im Falle einer Erkrankung erst ab dem dritten Fehltag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AUB). Dabei handelt es sich um eine Regelung aus Kulanz, wie das Landesarbeitsgericht Köln in einem aktuellen Urteil bestätigt. Demnach haben Arbeitgeber das Recht, auf der Vorlage einer AUB bereits ab dem ersten Fehltag zu bestehen. Dafür benötigen sie auch keinen besonderen Anlass, wie beispielsweise den Verdacht des „Blaumachens“ oder eines anderen rechtsmissbräuchlichen Verhaltens des Mitarbeiters. Eine entsprechende Änderung muss mit diesem jedoch schriftlich in Ergänzung zum bestehenden Arbeitsvertrag vereinbart oder ihm in Form einer einseitigen Weisung mitgeteilt werden.


Anscheinsbeweis bei Dienst-PKW greift nicht immer

Grundsätzlich unterstellt die Finanzverwaltung bei der Überlassung eines Firmenwagens an einen Arbeitnehmer, dass dieser das Auto für private Zwecke verwendet (sogenannter Anscheinsbeweis) und es sich demnach um einen geldwerten Vorteil als steuerpflichtigen Arbeitslohn handelt. Ist jedoch die Privatnutzung durch den Arbeitsvertrag ausgeschlossen, kommt es zu einer Umkehr der Beweislast. Das hat das Niedersächsische Finanzgericht dieses Jahr entschieden. Nicht der Arbeitnehmer, sondern das Finanzamt muss dann den Nachweis der Privatnutzung und damit eines geldwerten Vorteils erbringen. Dies gilt nach Auffassung des Gerichtes nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für (Gesellschafter-)Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft.

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